OXID Commons 2011 – Wie war’s?

Aufgrund diverser widriger Umstände, wie unfreundliche Freiburgerinnen, die uns wissentlich in die falsche Richtung geleitet hatten, ein Hotel, das dann doch nicht so hoch auf dem Berg lag wie vermutet (und wie bereits aufgestiegen) und mangelhafter Ausschilderung des Events auf dem Messegelände, kamen wir nicht wie geplant um 10:30 Uhr, sondern erst gegen 12:00 bei OXID Commons an.

Die Veranstaltung

Das Event unter dem Motto “Join our Eco-System” wurde erstmalig in der Freiburger Rothaus-Arena auf dem Messe-Gelände durchgeführt.

Im großen Foyer wartete ein roter Teppich auf uns, der uns zum Counter führte, wo neben grellgrünem Armbändchen eine Tüte mit Programm, Stift und rotem Oxid-Commons-T-Shirt ausgegeben wurde.

Ein Notizblock / -blatt fehlte allerdings; eine Kleinigkeit zwar, wenn man allerdings nichts zum Schreiben dabei hat…

Hinter dem Registrierungscounter befand sich der Ausstellerbereich, der aus meiner Sicht nicht so wirklich gut besetzt war.  Neben den “Standard”-Oxid-Partnern, wie Heidelpay, Trusted Shops und Shoplupe waren ziemlich viele (zumindest mir) unbekannte Unternehmen vertreten. Eine Liste der Aussteller ist hier zu finden.

Insgesamt gab es viel Raum für Gespräche mit Dienstleistern, Oxid-Mitarbeitern und den bisher unbekannten Firmenvertretern, alle in meinem gestrigen Blogbeitrag geschilderten Themen konnte ich ansprechen und zum Teil bereits klären. Ich will nur hoffen, dass meine Gesprächspartner zu ihrem Wort stehen…

Die Vorträge

Einige Vorträge verdienen sicherlich einen eigenen Blogbeitrag, der früher oder später sicherlich erfolgen wird. Hier nun eine kurze Zusammenfassung der Vorträge, die ich besucht habe:

“Technik für die Show”

In diesem Vortrag ging es um eine Case Study des Shops “Steinigke Showtechnik“, einem B2B-/B2C-Shop für Licht- und Tontechnik, Musikinstrumenten, usw. Der PHP-Dienstleister Mayflower GmbH stellte seine modifizierte Oxid-Suche über Apache Solr sowie die ERP-Anbindung via der REST-API vor.

Wir setzen in den von mir betreuten Shops entweder die Oxid-eigene, ziemlich einfach gehaltene Suche oder den über Oxid eFire angebundenen Fact-Finder von Omnikron ein. Die Anbindung an die Warenwirtschaft erfolgt über SOAP.
Apache Solr werde ich mir in jedem Fall demnächst genauer anschauen, mit Fact-Finder bin ich nicht wirklich zufrieden, vor allem, weil es unsere Multishop-Umgebung nicht komplett unterstützt.

NVG-Aboshop

Hier ging es um die Spezifika des Abonnement-Vertrieb über das Internet. Burda stellte die weitreichenden Anpassungen vor, die an der Oxid-Enterprise-Version vorgenommen wurden, vor allem in den Bereichen Artikel-Vererbung, Klassifizierung von Artikeln (Produkte, Zeitschriften, Prämien) und Multi-/Subshop-Technologie zur Bereitstellung von Whitelabel-Shops sowie umfangreicher Template-Anpassungen, damit die Zeitschriften “wie im Handel auf Regalen” aufgereiht präsentiert werden.

Strategien zur Positionierung gegenüber Markenartiklern

Johannes Altmann von Shoplupe stellte in seinem beindruckenden Vortrag die Bedeutung von Usability für Shopbetreiber, die in Konkurrenz zu herstellerbetriebenen Markenshops stehen, dar. In der Vergangenheit habe es ausgereicht, sich auf den weichen “Kissen” SEO und Conversion auszuruhen, schließlich seien die Suchmaschinenrelevanz und das Verhältnis zwischen Besuchern und Käufern das Erfolgskriterium schlechthin gewesen. Jedoch brächten die Hersteller mit eigenen Shops und mit verschärften Auswahlkriterien, welche Online-Shops noch Ware geliefert bekämen, das weiche Bett zum Einbruch.

Johannes Altmann brachte in seinem Vortrag, den er ganz im Stil von Steve Jobs aufwändig, charismatisch und eindrucksvoll darbot, drei leicht bekleidete Models unter, die zwar nett anzusehen waren und seinen Vortrag definitiv zum Highlight des Tages machten, deren Sinn sich zumindest meinem Kollegen und mir nicht wirklich erschloss. Meinen Respekt hat Johannes Altmann trotzdem – klasse Vortrag mit wenigen, aber dafür hübschen sowie hochrelevanten Inhalten!

Hier gibt’s den Vortrag zum Anschauen:

Johannes Altmann “weich gebettet” auf OXID Commons 2011

Erfolgsfaktor Ladezeiten

Der Vortrag von Rolf Mathis, Vorstand der Continum AG handelte von Kunden- und Suchmaschinenerwartungen bzgl. der Ladezeiten. Er stellte am Beispiel des Poolpowershops unterschiedliche Möglichkeiten vor, die Ladezeit zu optimieren und die Ladezeit bewerten zu lassen, beispielsweise über den Performancecheck von GTmetrix. Laut einer Forrester-Studie läge die Erwartungshaltung von Webseitenbesuchern bei einer Ladezeit von 2 Sekunden. Laut Amazon würde eine Verkürzung der Ladezeit um 0,1 Sekunden einen Mehrumsatz von 1% ausmachen (wobei das aus meiner Sicht nichts anderes als Werbung für Amazon Clouds und damit eine unbrauchbare Information ist).

In jedem Fall ist die Ladezeit wesentliches Kriterium für das Google-Ranking und die Anzeigehäufigkeit und -position von Google adwords-Anzeigen.

Best Practice: Skalierung und Perfomance
Enterprise mit OXID, was heißt das für’s Hosting?

Diese beiden Vorträge  von Hendrik Bahr, Geschäftsführer der FATCHIP GmbH und Marc Korthaus, Geschäftsführer der SysEleven GmbH, zielten in eine ähnliche Richtung wie der vorige Vortrag: Verkürzung der Ladezeiten = Steigerung der Performance. In diesem Fall durch eine optimierte Serverskalierung. Am Beispiel des Serverparks von baby-markt.de stellten Marc Korthaus und Hendrik Bahr dar, wie sinnvoll eine Trennung zwischen Caching-, Datenbank-, Bilder-, und Anwendungsserver sein kann, speziell um Trafficpeaks, z.B. nach ausgestrahlter TV-Werbung aufzufangen.

„Großhirn an Faust: Ballen!“ – Auf dem Weg zu einem organischen Shop-System

Andreas Ziethen, Geschäftsführer der anzido GmbH begann seinen Vortrag mit einem Video. Den Otto-Sketch über die Kommunikation des menschlischen Körpers nahm Andreas Ziethen zum Aufhänger seiner mutigen Vision: der Spaltung des Oxid-Shopsystems in viele kleine Services. So könnte jeder Shopbetreiber Services nach Belieben verwenden, austauschen und ersetzen. Andreas Ziethen stellte unter anderem in den Raum, den Check-Out-Prozess von Oxid durch den Check-Out von Magento einfach austauschen zu können, je nach dem, welcher Prozess den individuellen Anforderungen besser genügt.

Momentan funktioniert Oxid größtenteils als extrem komplexes, geschlossenes System, das gewisse Anpassungen, unter anderem im Check-Out, schwierig oder unmöglich macht.  Momentag drängt alles in die Cloud, Oxid machte mit dem eFire-Angebot den ersten Schritt und die Flexibilität für Shopbetreiber kann nicht hoch genug sein. Schon gar nicht im Enterprise-Segment.

Vielen Dank von meiner Seite an Andreas Ziethen für den Mut und die Präsentation seiner Vision. Aus meiner Sicht fehlt es Oxid an genau solchen Ansätzen, um wirklich innovativ zu sein.

Soviel zu den Vorträgen, die wir uns angehört haben. Ich habe viel gelernt, wurde inspiriert und freue mich darauf, das eine oder andere Thema in den kommenden Wochen näher zu betrachten.

Die Verpflegung :-)

Die Verpflegung war so außergewöhnlich gut, dass sie einen eigenen Punkt verdient:

Kaffee und Fingerfood wurden den ganzen Tag über angeboten, in der Mittagspause gab’s Essen vom Caterer in mittelmäßiger Qualität (aber das Dessert, Mousse au Chocolat in schwarz und weiß, war der Hammer), aber in ausreichender Menge. Abends wechselte die Verpflegung zunächst in flüssig (= 20 Kästen Bier für alle) und auf der Party im Messe-Restaurant in ein Buffet gewaltiger Ausmaße – so gut habe ich lange nicht mehr gegessen, ganz großes Lob an die Köche! Nach einer großen Auswahl vorzüglichster Anti-Pasti wurden drei Hauptgerichte angeboten: Ich habe  sowohl die frischen Nudeln mit Gulasch als auch die Spetzle in Basilikumsauce genossen. Als Nachspeise probierten wir die drei Tiramisu-Varianten mehrfach, bevor wir uns der Cocktail-Bar widmeten und den Abend feucht-fröhlich ausklingen ließen.

Am 2. Commons-Tag, der Unconference im Freiburger Karma konnten wir zwischen einer Handvoll Gerichten wählen – die Currywurst war super! Softdrinks standen den ganzen Tag zur Verfügung. Auch Aspirintabletten, zur Verarbeitung des Vorabends lagen bereit.

Die Unconference

Am Tag nach der Hauptveranstaltung mit ca. 500 Besuchern trafen sich rund 50 Interessierte, Entwickler und OXID-Mitarbeiter zum OXID-Barcamp. Zu Beginn wurden Vorschläge der Teilnehmer gesammelt, über die anschließend abgestimmt wurde.

Insgesamt war die Unconference nicht wirklich produktiv, jedenfalls nicht für uns als Anwender. Es macht für die nächste Veranstaltung sicherlich Sinn, die Reihenfolge der Veranstaltungen zu überdenken. Es waren alle ziemlich platt vom Vortag und so wurde die Unconference eine Veranstaltung einzelner Engagierten. Der große Teil (zu dem ich auch gehörte) hörte sich die Punkte derVortragenden und die Kommentare des Plenums ohne weitere Beteiligung an.  Es war nett, die Community kennen zu lernen, das OXID-Bild ist nun um einiges runder. Ob wir im nächsten Jahr zum zweiten Tag bleiben, weiß ich noch nicht.

Der erste und sicherlich wichtigere Tag lohnt sich allerdings in jedem Fall für jeden, der im deutschsprachigen Raum mit eCommerce zu tun hat! Meine klare Besuchsempfehlung auch für 2012 (und nicht nur wegen der Mahlzeiten:-)

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