Google adwords Retargeting über “Zielgruppen” (Tutorial)
Schon seit Anfang 2010 bietet Google adwords eine Retargeting-Möglichkeit. Trotzdem kennt kaum ein eCommerce- oder Marketing-Fachmann, mit dem ich mich bislang über das Thema unterhalten habe, diese Funktion. Sehr schade wie ich finde, denn in unsere Kassen hat das Google-Retargeting schon ordentlichen Umsatz gespült.
Leider haben neue Features bei Google adwords die schlechte Angewohnheit, sich nicht gerade offensichtlich auf dem Bildschirm zu präsentieren und leider haben die Google-Anwender (mich eingeschlossen) die Angewohnheit Meldungen über neue Funktionen ungelesen wegzuklicken.
Ziel des Features ist die Einblendung von Anzeigen, abhängig von vorher besuchten Seiten. Z.B. besuchen Sie auf der Webseite eines Online-Shops die Seite eines konkreten Produkts. Wenn der Online-Händler Google adwords mit der “Zielgruppen”-Funktion verwendet, erhalten Sie ein Cookie, aufgrund dessen Ihnen bis zum Ablauf der Cookie-Gültigkeit eine / mehrere Anzeigen eingeblendet werden, die Sie zum Kauf dieses konkreten Produkts bewegen sollen.
Die Detailtiefe, auf der das adwords Retargeting eingesetzt wird, ist beliebig. So könnten Sie allen Shopbesucher für einen bestimmten Zeitraum einen Gutscheincode per adwords-Anzeige anbieten.
Aktivierung
Das adwords Retargeting ist über den Reiter “Zielgruppen” erreichbar, sobald eine Kampagne ausgewählt wurde. Gegebenenfalls muss der Reiter über einen Klick auf den “Erweitern”-Pfeil ganz rechts zunächst aktiviert werden.
Bevor Zielgruppen einer Anzeigengruppe zugeordnet werden können, muss mindestens eine Zielgruppe über “Remarketing-Listen” erstellt werden.
Diese “Remarketing-Listen” erreicht man über einen Klick auf “Zielgruppen bearbeiten”. Verwirrenderweise lautet die Überschrift auf dieser Seite ebenfalls “Zielgruppen”…
Über “Neue Zielgruppe” –> “Remarketing-Liste” kann eine solche Liste definiert und angelegt werden. Der Remarketing-Listenname ist frei wählbar – ich wähle immer den Namen der Anzeigengruppe, der ich diese Zielgruppe zuweisen möchte.
Die Beschreibung ist optional, die Mitgliedsdauer entspricht dem Gültigkeitszeitraum des Cookies auf dem Client-Rechner.
Mit “Tags” legen Sie Suchbegriffe fest, nach deren Eingabe ins Suchfeld Ihre Anzeigen angezeigt werden.
Bei einem Tag handelt es sich um den HTML-Code, der auf den Seiten eingebaut werden muss, die für die Definition der Zielgruppe infrage kommen. Z.B. würden die Besucher der Kategorie “iPad, iPhone, iPod und Co.” der Zielgruppe “Technikaffine” zugewiesen werden und eine Anzeige über ein Gratis Adapterkabel beim Kauf eines Apple-Geräts zu sehen bekommen, während die Besucher der “Restposten”-Kategorie der Zielgruppe “Schnäppchenjäger” zugewiesen würden und eine Anzeige mit dem Angebot “3 Restposten zum Preis vom 2″ erhalten.
Sie können mehrere Tags einer “Remarketing-Liste” zuweisen, was es – zumindest theoretisch – ermöglicht, jeder Shop-Seite ein eigenes Tag zu erstellen (und gleichzeitig eine eigene Remarketing-Liste) um diese anschließend beliebig zu kombinieren, um Besucher der gleichen Seite mehreren Zielgruppen zuzuordnen (z.B. “männlich”, “Technikaffin”).
In der Spalte Nutzeranzahl wird die Zahl der aktuell gültigen Cookies angezeigt. Je nach dem wie stark Ihre Seite frequentiert ist steigt die Zahl entsprechend schnell an.
Nachdem Sie alle aktuell benötigten Remarketing-Listen angelegt haben, müssen Sie sich nochmal über die Kampagnenansicht zum Zielgruppenreiter durchklicken.
Nach Klick auf den Button “+ Zielgruppen hinzufügen” wird nun eine Anzeigengruppe ausgewählt und dieser anschließend eine oder mehrere Zielgruppen (= Remarketing-Listen) hinzugefügt.
Dann nur noch Speichern und Ihre Zielgruppe ist aktiv. Beobachten Sie von Zeit zu Zeit die Nutzeranzahl, sollte diese dauerhaft nichts anzeigen, liegt wahrscheinlich ein Fehler vor. Überprüfen Sie das Codesnippet, das Sie eingebaut haben im Quelltext.
Da die Anzeigengruppe zielgruppenabhängige Inhalte enthält, lässt sie sich einfach über Ihre Webanalyse-Software tracken.
Wichtig dabei ist: Behandelt Sie diese Anzeigen genau so wie allen anderen – übersteigen die Klickkosten den von Ihnen festgelegten Umsatzanteil, optimieren oder deaktiveren Sie sie!