eCommerce Paris 2011: So lala…
Sehr zwiespältig haben wir die Veranstaltung in den Pariser Messehallen verlassen. Unsere gesetzten Ziele haben wir zwar erreicht – wir konnten einige interessante mögliche Affialite-Partner und -Netzwerke für den französischen und französischsprachigen Markt finden und haben darüber hinaus spannende Gespräche mit den spärlich vertretenen deutschen Ausstellern führen. Auf der anderen Seite waren wir enttäuscht von der Veranstaltung; der Wohlfühlfaktor wird in Frankreich offenbar nicht so geschätzt, wie anderswo.
Vielleicht lag es an der Tatsache, dass wir als Deutsche in französisches Hoheitsgebiet vorgedrungen sind, vielleicht lag es daran, dass Franzosen ihre Messen im allgemeinen anders “begehen” als wir Deutsche. Die Hoffnungen, die wir im allgemeinen, rein aus Gewohnheit, in deutsche oder internationale Messen setzen, wurden in Paris nicht erfüllt. An keinem Stand wurden wir nett begrüßt, überall mussten wir lange warten, nirgendwo wurden uns Getränke oder gar Sitzplätze angeboten und fast nirgendwo gab es Ansprechpartner, der der englischen Sprache mächtig war. Deutsch wurde nirgendwo gesprochen (das haben wir allerdings auch nicht erwartet). Andere deutsche Besucher haben wir keine wahrgenommen. Auch war es uns praktisch nirgendwo möglich, ins “Innere” der Stände vorzudringen, um sich näher mit den Ausstellern austauschen zu können. Scheinbar wird in Frankreich nicht jeder rein gelassen:-).
Der Höhepunkt der Gastunfreundlichkeit war ein französischer Logistikdienstleister, der auf einer Tafel ein Glas französisches Bier gegen Zurücklassen einer Visitenkarte anbot. In der Hoffnung unsere Erinnerung an die Franzosen doch noch ein wenig ins positive kehren zu können, wollten wir uns dieses Angebot nicht entgehen lassen, auch um mit dem Aussteller ein wenig plaudern zu können – als wir den Standmitarbeiter auf das tolle Angebot ansprachen, war dieser allerdings sehr zurückhaltend. Unser Bier bekamen wir zwar (das war auch sehr lecker), aber die Tafel wurde vor unseren Augen entfernt. Obwohl am Stand nicht gerade viel los war. Die Franzosen wissen, wie sie einen schlechten Eindruck hinterlassen.
Lediglich die französische Post war unglaublich zuvorkommend und einfach nett, hier haben wir das einzige Mal gespürt, dass ein französischer Aussteller tatsächlich Interesse an uns Messebesuchern zeigte.
Nunja, insgesamt war die Situation derart grotesk, dass es schon fast wieder lustig war. Erreicht haben wir jedenfalls, was wir uns vorgenommen hatten. Und für die Zukunft werden wir versuchen unsere möglicherweise angeborene deutsche Arroganz und überzogene Erwartungshaltung abzulegen. Auf ein neues im nächsten Jahr! Frankreich, ich krieg dich trotzdem! ;-)