Auf den Spuren von Webseitenbesuchern – Sammlung, Analyse und Verwendung personenbezogener Daten im Internet – Teil 6

5 Problematik
5.1 Messmethoden

Das Problem beim Einsatz verschiedener Webanalysesoftwares und beim Vergleich der eigenen Seite mit einer anderen, wo eine andere Webanalyse-Software eingesetzt wird, sind unterschiedliche Messmethoden. Jede Webanalyse-Software arbeitet anders, es besteht jeweils immer nur eine Konsistenz beim Vergleich mit eigenen Werten, bspw. mit dem Vorjahreszeitraum.

Bei Google Analytics ist z.B. unabänderbar festgelegt, dass Umsätze Bruttowerte und Versandkosten Bestandteil des Umsatzes sind. Bei den meisten kommerziell eingesetzten Produkten sind Werte dieser Art frei konfigurierbar. Dies bedeutet auch, dass Vergleiche mit anderen Webseiten, die die gleiche Software einsetzen nur sinnvoll sind, wenn die gleiche Konfiguration verwendet wird.

Dazu kommt, dass bereits in den Begriffsdefinitionen Unterschiede existieren: Zur Erfassung von Werten über „eindeutige“ Besucher genügt Google Analytics ein Cookie auf dem Rechner des Besuchers, während Omniture nur eingeloggte Besucher als „eindeutig“ identifiziert. Beginn und Ende eines Tages bei Google sind zunächst auf kalifornische Ortszeit eingestellt. Die Vorschaubilder des Google-Service „Instant Search“ auf der Sucherergebnis-Seite werden durch einen Bot erzeugt, der die gesamte Seite aufruft und speichert (im Gegensatz dazu rufen „herkömmliche“ Suchmaschinen-Bots die Textinformationen von Webseiten auf). Diese Besuche des Instant-View-Bots erzeugen derzeit in allen Webanalyse-Tools außer Google Analytics einen eindeutigen Besuch, der sich momentan nicht von echten Besuchen unterscheiden lässt.

5.2 Intransparenz

Leider lässt sich kein Anbieter von Webanalyse-Software in die Karten schauen. Es ist nicht nachzuvollziehen, woher die teilweise erheblichen Unterschiede in den Werten stammen. So stimmt die Größe Umsatz, die per Definition unstrittig ist, in keiner Web-analyse-Software mit der einer anderen überein – unabhängig von den bereits beschriebenen Brutto-Netto- und Versandkostenschwierigkeiten. An einigen Tagen beträgt der Unterschied einige Cent, an anderen mehrere Euro. Aus diesem Grund sollten zusätzlich transparente, verlässliche Quellen verwendet werden, bspw. eine eigene Datenbank.

5.3 Datensicherheit und Datenschutz

Jedes Unternehmen muss entscheiden, ob es seine Daten unberechenbaren und unerreichbaren Unternehmen zur Speicherung und Verwendung im Ausland zur Verfügung stellt oder nicht.

Zusätzlich muss abgewogen werden, ob die eigenen Webseitendaten personenbezogene sind, wobei es derzeit keine Klarheit bzgl. der IP-Adresse gibt. Es ist möglich, dass ein Gericht kurzfristig entscheidet, dass es sich bei IP-Adressen um personenbezogene Daten handelt, sodass der Einsatz von Google Analytics abmahnwürdig und gesetzeswidrig sein würde. Beim Einsatz von Google Analytics existiert ein weiterer bedenklicher Punkt: Nutzt der Seitenbesucher weitere Google-Services, z.B. die Toolbar, Googlemail oder die personalisierte Startseite, ermöglicht er Google alle Seiten, die er aufruft und alle Einkäufe die er online tätigt, zu protokollieren und zu verwenden.

Quellenverzeichnis

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Hassler, M. (2010): Metriken auswerten, Besucherverhalten verstehen, Website optimieren. Mitp-Verlag, Frechen

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Lindhardt, J. (2007): Web Analytics Fundamentals. Adobe Systems GmbH, München

Haller, H.; Hartwig, M.; Liedtke, A. (2010): Methoden der Webanalyse professionell anwenden. Addison-Wesley, München

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