DHL & DPD: Zustellung zum Wunschtermin

Beide Unternehmen, DHL wie DPD, haben Anfang Mai angekündigt, eine bundesweite dauerhafte Zustellung zum Wunschtermin anzubieten. Auch wenn seit der Ankündigung erst knapp drei Wochen vergangen sine, hat sich recht wenig getan. Nur sehr vereinzelt wurde darüber berichtet, im eCommerce-Bereich ist mir das Thema so gut wie gar nicht begegenet (online nur hier).

Ist Logistik ein solcher Randbereich im eCommerce, dass das Thema derart wenig Aufmerksamkeit verdient?

Ich halte diesen Service für eine kleine Sensation im Versandhandel. Auch wenn die komfortable und vollständige Online-Tracking-Möglichkeit für erwartete Sendungen schon lange Standard sind (auch wenn längst nicht alle Händler die Tracking-Nummer an ihre Kunden weitergeben), kostet der Unsicherheitsfaktor der Zustellung oft Nerven. Vor allem Berufstätige konnten, sofern keine Packstation zur Verfügung steht, nur auf die Bereitschaft der Nachbarschaft hoffen oder ihr Paket am Folgetag bei der Post (zu meist ungünstigen) Öffnungszeiten abholen.

Das soll sich nun ändern – DHL und DPD wollen die Empfänger über voraussichtliche Zustelltage, bzw. -zeitfenster informieren und ihnen die Möglichkeit bieten, den Zustelltag /-zeitpunkt zu ändern.

Der Versender GLS möchte einen vergleichbaren Service ab Sommer anbieten, Hermes-Empfänger müsen sich noch gedulden, zumindest für die Wunschtermin-Vereinbarung per SMS oder eMail. Denn Hermes bietet den Wunschtermin-Service meiner Erfahrung nach schon seit Jahren an – zumindest telefonisch. Ich konnte schon immer in meinem Hermes-Depot anrufen und einen Wunschtag vereinbaren oder die Lieferanschrift ändern.

DPD

DPD schreibt in seiner Pressemeldung:

Die Nummer zwei der Paket- und Expressdienste in Deutschland, DPD, reagiert auf die zunehmend schlechtere Erreichbarkeit von Paketempfängern zu Hause. Hat beispielsweise ein Berufstätiger etwas online bestellt, wird er – sofern sein Händler Kunde von DPD ist – am Tag vor der Zustellung seines Pakets per SMS oder E-Mail über die geplante Zustellung benachrichtigt. Diese angekündigte Zustellung kann er entweder bestätigen oder auf einen von drei aufeinander folgenden Tagen verschieben.

DPD bietet diesen Service kostenlos für Empfänger an, die zusätzlichen Kosten würden in die allgemeinen Preise einkalkuliert, so Arnold Schroven, CEO von DPD. Der Empfänger kann über die Webseite www.neuzustellung.de entweder einen anderen Zustellzeitpunkt, eine alternative Zustelladresse oder die Zustellung in einen DPD-Shop beauftragen.

Geplant sei sogar, den Service im dritten Quartal 2011 weiter auszubauen und den Zustellzeitpunkt auf ein Zeitfenster von sechs oder zwei Stunden einzugrenzen.

Quelle: http://www.dpd.com/de/content/download/3205/54486/file/110505_DPD_Presseinformation_Zustellservices.doc

DHL

DHL fordert von den Empfängern, die die Zustellung zum Wunschtermin nutzen möchten eine Registrierung mit anschließender Post-Ident-Authentifizierung. Zudem kostet jede Nutzung des Services “Wunschtag” 1,49 Euo. Die Benachrichtigung über den Zustelltag per SMS und / oder eMail ist kostenlos.

Interessant ist, das die Registrierung auf der Domain www.packstation.de abgewickelt wird. Auch AGB und Datenschutzerklärung der Packstation müssen bestätigt werden. Das bedeutet, der “Wunschtermin”-Kunde wird unbewusst Packstation-Kunde…

Quelle: http://dhl.de/de/paket/privatkunden/sendungsankuendigung-wunschtag.html

Mein Fazit

Warum macht es DHL so kompliziert? DHL war mir als Paketempfänger grundsätzlich symphatischer als DPD, da der DHL-Zusteller meist zur gleichenTageszeit klingelt, er weiß welche Nachbarn zuhause sind und meine Pekete annehmen und ich kann mein Paket in der Filiale, die in meinem Fall extrem attraktive Öffnungszeite hat (sie ist einer Tankstelle angeschlossen), abholen.
DPD kommt bei nichterfolgreicher Zustellung maximal noch zwei Mal, samstags wird prinzipiell nicht zugestellt und die Online-Sendungsverfolgung gibt’s erst seit kurzem. Der kostenlose Service von DPD schlägt das DHL-Angebot um Längen und wird auch bei Shopbetreibern Anklang finden.
Allerings wird DHL aus meiner Sicht den Service über kurz oder lang ebenfalls kostenlos anbieten (oder die Kosten den Versendern auferlegen). Abwarten, wie die Angebote von GLS und Hermes aussehen werden.

Sehr interessant am Angebot von DPD ist der offensichtliche Vorstoß ins Privatkundengeschäft. Nachdem Hermes vor einigen Jahren den gleichen Schritt gewagt hat, liegt der Götterbote im deutschen Privatkundengeschäft nach DHL auf Platz zwei.
Wettbewerb tut gut, vor allem in dieser traditionellen und lange Zeit wenig innovativen Branche.

3 Kommentare »

  1. DPD hat ein ziemlich cooles Video für den Dienst http://www.neuzustellung.de produziert:

    Comment by Sai — 2. Juni 2011 @ 11:05
  2. Guter Artikel. Bestimt keine schlechte Sache, sich damit genauer auseinander zusetzen. Ich werde bestimmt auch die nächsten Artikel lesen.

    Comment by Heiko — 10. Juni 2011 @ 22:11
  3. Hallo Heiko,

    danke für die Blumen!

    Viele Grüße
    Sai

    Comment by Sai — 11. Juni 2011 @ 00:28

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